Fallakte 02 · Schwarzwald, Deutschland
Der Zettel am Waldpfad
Am Waldpfad hängt ein Warnzettel – obwohl der Weg offiziell offen ist.
So geht's: Lest die Akte gemeinsam, vergleicht Aussagen und Alibis und legt euch auf Täter und Motiv fest. Die Auflösung steht ganz unten – erst aufklappen, wenn ihr euch entschieden habt.
Die Akte
- Tatzeit
- Dienstag, 26. August – zwischen 22:10 und 22:32 Uhr
- Tatort
- Waldpfad hinter dem Campingplatz Tannengrund
- Betroffen
- Camper, die den Pfad nutzen wollten
- Schwierigkeit
- Leicht
Was passiert ist
Ein selbst gedrucktes Schild behauptet am Waldpfad eine amtliche Sperrung wegen Wurzelschäden, obwohl der öffentliche Pfad offiziell frei ist. Eine Kontrollaufnahme um 22:10 Uhr zeigt den Eingang noch ohne Zettel, ein Spaziergänger bemerkt ihn um 22:32 Uhr. Hinter dem Pfad liegt ein wenig bekanntes, nicht genehmigtes kleines Waldversteck.
Eure Aufgabe
Klären Sie, wer den Warnzettel aufgehängt hat und warum!
Die Verdächtigen
Ben Schuster
Camper / Waldliebhaber · 31 Jahre · Stellplatz A2
Naturverbunden und ein bisschen eigensinnig. Schätzt Ruhe und Abgelegenheit im Wald.
- Möglicher Grund:
- Nutzt einen selbstgebauten Unterstand am hinteren Waldpfad und möchte dort ungestört bleiben.
- Alibi:
- Sagt, nach 22:00 Uhr allein am Stellplatz A2 gewesen zu sein. Eine durchgängige Beobachtung gibt es nicht.
„„Am hinteren Abschnitt ist es oft voll. Ich würde den ruhigen Teil des Pfades gern ungestört nutzen.““
Gertrude Wals
Rentnerin · 65 Jahre · Stellplatz B5
Fürsorglich und besorgt. Hat Angst vor Waldunfällen.
- Möglicher Grund:
- Sorgt sich um Stolperwurzeln und fordert gelegentlich temporäre Sicherheitsmaßnahmen.
- Alibi:
- War laut zwei Teilnehmern von 22:00 bis 22:40 Uhr ununterbrochen im Gemeinschaftsraum beim Handarbeiten.
„„Eine echte Gefahr hätte ich dem Platzwart gemeldet. Auf eigene Faust sperre ich keine öffentlichen Wege.““
Tobias Kahn
Schüler · 17 Jahre · Stellplatz C8 (mit Eltern)
Neugierig und spielerisch. Macht manchmal Streiche.
- Möglicher Grund:
- Macht gerne Streiche und hat auch gelbes Druckpapier zuhause.
- Alibi:
- Zwei Nachbarfamilien belegen ihn beim gemeinsamen Grillen von 22:02 bis 22:45 Uhr.
„„So ein Schild wäre ein Streich, aber am Grill habe ich den ganzen Abend ausgeholfen.““
Sonja Mast
Camperin · 38 Jahre · Stellplatz D3
Sporttreibend und regelorientiert. Nutzt den Pfad täglich.
- Möglicher Grund:
- Ärgert sich über überfüllte Laufstrecken, braucht den Pfad aber für ihren Morgenlauf.
- Alibi:
- War von 22:04 bis 22:40 Uhr mit drei Sportfreunden im ununterbrochenen Videoanruf und ging erst am Morgen gegen 06:00 Uhr zum Pfad.
„„Um sechs war das Schild da. Die Strecke ist nicht gesperrt, das habe ich gleich gemeldet.““
Die Hinweise
1.Falsche amtliche Warnung
Der gelbe Zettel trägt „Weg gesperrt – Wurzelschäden“, aber weder eine Forstkennung noch eine Sperrverfügung. Die Gemeinde bestätigt für diesen Pfad keine Sperrung.
2.Abgerissene Ecke
Am Schild fehlt unten eine gezackt abgerissene Ecke. Im kleinen Unterstand hinter dem Pfad liegt ein Rest desselben gelben Druckpapiers mit einer dazu passenden unregelmäßigen Risskante.
3.Zweifarbige Kordel
Das Schild ist mit orange-blauer geflochtener Kordel an den Pfosten gebunden. Auf einem bereits um 19:10 Uhr veröffentlichten Reparaturfoto von Ben ist dieselbe seltene Kombination von Kordel und Knoten an seiner Werkzeugtasche zu sehen.
4.Zeitfenster am Eingang
Eine Kontrollaufnahme um 22:10 Uhr zeigt einen freien Pfad; um 22:32 Uhr fotografiert ein Spaziergänger den neuen Zettel. Ben war in dieser Zeit allein, ohne bestätigtes Alibi.
5.Zwei bestätigte Aktivitäten
Gertrude arbeitete nach zwei Zeugen 22:00–22:40 Uhr im Gemeinschaftsraum; Tobias grillte laut zwei Nachbarfamilien von 22:02 bis 22:45 Uhr durchgehend.
6.Sonjas Videoanruf
Sonjas fortlaufender Videogruppenanruf von 22:04 bis 22:40 Uhr belegt sie außerhalb des Waldes. Sie bemerkte das Schild erst beim Morgenlauf um 06:00 Uhr.
Mögliche Motive
- Um Wanderer in Gefahr zu führen
- Um seine geheime Waldhütte vor anderen Campern zu schützen
- Als Streich für andere Camper
- Aus Angst vor echten Waldschäden
Wer war es – und warum? Legt euch fest, bevor ihr weiterlest.
Auflösung anzeigen▾
Täter/in: Ben Schuster
Motiv: Um seine geheime Waldhütte vor anderen Campern zu schützen
Ben stellte die falsche Sperrung auf, um Besucher von seinem versteckten Unterstand am hinteren Pfadabschnitt fernzuhalten. Die äußere Ecke des Schilds ist unregelmäßig abgerissen und passt zu einem Rest gelben Druckpapiers im Unterstand; die auffällige orange-blaue Befestigungskordel findet sich auf Bens öffentlich gezeigtem Reparaturfoto schon vor der Tat. Ein Materialgleichklang allein wäre zu unsicher, aber zwei unterschiedliche Passmerkmale und das zielgerichtete Wegsperren vor seinem Unterschlupf verbinden die Spuren. Gertrude, Tobias und Sonja sind im 22:10–22:32-Uhr-Fenster anderweitig belegt. Es gibt keine akute Wurzelschadenmeldung. Als Ablenkung vor dem Versteck erklärt m2 die Wahl des falschen amtlichen Grunds besser als ein Scherz oder ein tatsächlicher Sicherheitshinweis.