Fallakte 01 · Südtirol, Italien

Die verschwundene Apfelkiste

Eine Kiste frischer Äpfel verschwindet vom Hofstand und taucht später halb leer im Gemeinschaftszelt auf.

Leicht6–9 Minuten4 Verdächtige · 6 Hinweise

So geht's: Lest die Akte gemeinsam, vergleicht Aussagen und Alibis und legt euch auf Täter und Motiv fest. Die Auflösung steht ganz unten – erst aufklappen, wenn ihr euch entschieden habt.

Die Akte

Tatzeit
Samstag, 7. September – zwischen 14:26 und 14:47 Uhr
Tatort
Hofstand Gruber und Gemeinschaftszelt, Camping Alpental, Südtirol
Betroffen
Josef Gruber, Apfelbauer (67 Jahre)
Schwierigkeit
Leicht

Was passiert ist

Josefs Verkostungskiste steht um 14:26 Uhr noch am Hofstand. Wenig später wird sie halb leer im Gemeinschaftszelt gefunden. Dort laufen bereits die Vorbereitungen für den gemeinsamen Campingabend.

Eure Aufgabe

Finden Sie heraus, wer die Apfelkiste weggetragen hat und wofür die Äpfel gebraucht wurden.

Die Verdächtigen

Josef Gruber

Apfelbauer · 67 Jahre · Hofstand H1

Stolz auf seine Sorte und sehr genau beim Zählen seiner Früchte.

Möglicher Grund:
Hätte die Kiste selbst vom Stand wegstellen können, um sie vor der Sonne zu schützen.
Alibi:
Eine Erntehelferin und drei Wiegebelege bestätigen ihn von 14:24 bis 14:52 Uhr im hinteren Obstgarten.
„„Die Kiste sollte bis zum Abend am Stand bleiben. Ich war hinten bei der Ernte und habe sie nicht umgestellt.““

Marie Keller

Camperin · 41 Jahre · Stellplatz C5

Begeisterte Hobbyköchin. Übernimmt beim Campingabend gern das Dessert.

Möglicher Grund:
Für ihren angekündigten Apfelstrudel fehlten ihr noch frische Äpfel.
Alibi:
Sagt, sie habe von 14:20 bis 15:00 Uhr ohne Unterbrechung im Gemeinschaftszelt Strudelteig vorbereitet. Die Helferin sieht sie allerdings nur vor und nach einer längeren Lücke am Arbeitsplatz.
„„Ich war mit dem Strudelteig beschäftigt. Die Äpfel wollte ich eigentlich später beim Hofstand holen.““

Tim Neumann

Kind / Camper · 9 Jahre · Stellplatz B3 (mit Eltern)

Hilfsbereit und freigiebig. Verteilt gern Snacks an andere Kinder.

Möglicher Grund:
Wollte Spielkameraden mit Äpfeln versorgen.
Alibi:
Der Fußballbetreuer und eine Bildfolge halten ihn von 14:31 bis 14:46 Uhr durchgehend am Spielfeld fest.
„„Wir waren fast die ganze Zeit beim Fußball. Vorher hatte ich einen Apfel von der Schale am Eingang.““

Elisa Brunner

Platzhelferin · 28 Jahre · Campingbüro

Effizient und hilfsbereit. Transportiert regelmäßig Kisten und Leergut.

Möglicher Grund:
Hätte die Apfelkiste bei ihren Transporten mit Leergut verwechseln können.
Alibi:
Scannte um 14:29, 14:37 und 14:45 Leergut im Lager auf der gegenüberliegenden Platzseite.
„„Ich hatte mehrere leere Getränkekisten. Obst habe ich an dem Nachmittag nicht transportiert.““

Die Hinweise

  1. 1.Foto vom Hofstand

    Ein Gästefoto von 14:26 Uhr zeigt die volle Verkostungskiste noch am Hofstand. Von dort dauert der direkte Weg zum Gemeinschaftszelt zu Fuß etwa sechs Minuten, mit der vollen Kiste auf dem kleinen Handwagen ungefähr sieben Minuten.

  2. 2.Kiste im Gemeinschaftszelt

    Um 14:47 Uhr steht Josefs Kiste halb leer auf dem kleinen, von allen nutzbaren Handwagen des Gemeinschaftszelts. Zwischen den Rollen liegen frische Apfelblätter und ein abgerissener Stiel; weder Wagen noch Spuren sind einer Person exklusiv zuzuordnen. Geldkasse und andere Waren vom Hofstand fehlen nicht.

  3. 3.Dessertplan

    Auf dem öffentlich ausgehängten Plan steht: „Dessert – Marie: Apfelstrudel“. Neben ihrem Namen ist vermerkt: „Äpfel noch besorgen“.

  4. 4.Arbeitslücke und Handwagen

    Eine Helferin sieht Marie um 14:27 Uhr am vorbereiteten Strudelteig. Bei zwei Kontrollen um 14:32 und 14:39 Uhr sind sowohl Marie als auch der zuvor am Zelteingang stehende gemeinsame Handwagen nicht da; um 14:44 Uhr sind beide wieder dort. Zimt, Zucker und Rosinen standen schon bereit, um 14:47 liegen zusätzlich frisch geschälte Apfelstücke in Maries Schüssel.

  5. 5.Tims Fußballrunde

    Tim bleibt laut Fußballbetreuer und zeitgestempelter Bildfolge von 14:31 bis 14:46 Uhr am Spielfeld. Die Apfelkiste war um 14:26 noch am Hofstand; allein der beladene Weg von dort zum Gemeinschaftszelt dauert etwa sieben Minuten. Die fünf Minuten bis zu Tims Spielbeginn reichen dafür nicht.

  6. 6.Elisas Lagerscans

    Elisa scannt um 14:29, 14:37 und 14:45 Uhr ausschließlich Getränkeleergut im Lager. Vom Lager zum Hofstand sind es neun Gehminuten, vom Lager zum Gemeinschaftszelt acht; sie hätte zwischen zwei Scans weder zum Hofstand noch mit der Apfelkiste zum Zelt gelangen können.

Mögliche Motive

  • Apfelstrudel für den Campingabend backen
  • Andere Kinder mit frischem Obst versorgen
  • Die Apfelkiste mit einer anderen Transportkiste verwechseln
  • Einen Fehler beim Erntebestand vertuschen

Wer war es – und warum? Legt euch fest, bevor ihr weiterlest.

Auflösung anzeigen▾

Täter/in: Marie Keller

Motiv: Apfelstrudel für den Campingabend backen

Das Foto belegt die Kiste um 14:26 Uhr noch am Hofstand; um 14:47 steht sie halb leer auf dem gemeinschaftlichen Handwagen im Zelt. Der direkte Weg dauert sechs Minuten zum Hofstand und etwa sieben Minuten zurück mit voller Kiste; mit Einladen passt ein Hin- und Rückweg in rund 15 bis 17 Minuten. Die Helferin sieht Marie um 14:27 Uhr, dann fehlen Marie und der Handwagen bei den Kontrollen um 14:32 und 14:39; um 14:44 sind beide zurück. Josef ist im Obstgarten, Elisa durch eng getaktete Lagerscans gebunden. Tim bleibt ab 14:31 am Fußballfeld; die fünf Minuten ab dem letzten Standfoto reichen nicht einmal für den beladenen Weg zum Zelt. Die Kombination aus Maries Zeitlücke, dem zeitgleichen Fehlen und Wiederauftauchen des frei zugänglichen Wagens, dessen Standort unter der Kiste und den Ausschlüssen zeigt nicht nur die Verwendung der Äpfel, sondern ihre plausible eigenhändige Wegnahme. Der vorab ausgehängte Dessertplan und der vorbereitete Teig belegen das separate Strudelmotiv.